5 Tage mit Eseln durch die wunderschönen Abruzzen wandern.

Eigentlich bräuchte es nicht viele Worte um diese herrliche Wanderung zu beschreiben. Sie war schlicht einfach perfekt. Fünf Tage mit zwei Eseln auf Wanderschaft – inklusive unzähligen kulinarischen und kulturellen Highlights in den noch kaum touristisch erschlossenen Abruzzen in Italien. Die absoluten Highlights waren aber ganz klar die treuen, grauen Begleiter: das Esel-Geschwisterpaar Zazà und Passepartout. Schon beim Kennenlernen sind sie ans Herz gewachsen und so war der Abschied nach der Wanderung dementsprechend schwer. Nichtsdestotrotz kann ich die Wanderung zu 100% empfehlen.

  • Ausgangspunkt: Goriano Valli in den Abruzzen (ca. 40 km von L’Aquila). Die Anfahrt ist individuell (per Auto oder per Zug gut machbar). Gut kombinierbar mit einem anschliessenden Bade-Urlaub am Mittelmeer, die Adriaküste muss man meiner Meinung aber nicht unbedingt gesehen haben.
  • Begleitung/Guide: es ist kein Führer dabei. Die Wanderung ist aber perfekt organisiert durch Saskia Steigleder, welche selber in Goriano Valli lebt und vor Ort Instruktionen gibt. Die Wanderung erfolgt nach einer guten Weg-Beschreibung, so dass man sich eigentlich nicht gross verlaufen kann.
  • Distanz: ca. 50 km total (erste und letzte Etappen sind kurz, die mittleren drei Etappen ca. je 12 km).
  • Route: eine detaillierte und jeweils aktuelle Beschreibung ist beim Resieveranstalter ReNatour zu finden.
  • Konditions-Level: die Wanderung ist nicht ganz ohne, da viele Höhenmeter zu meistern sind. Ohne Esel bräuchte man schon eine gewisse Kondition, mit den grauen Begleitern dauern die Tagesetappen doch ein schönes Weilchen länger – Gehzeit von 3-7 Stunden pro Tag.
  • Verpflegung: Da muss man sich gar keine Sorgen machen. Jeden Morgen erwartet einem ein feines Zmorgen und ein zubereitetes leckeres Lunch-Paket. Abendessen kann man in den Unterkünften und hier kann ich nur sagen: fantastico, ich habe selten so gut gegessen in meinem Leben (bsp. der ca. 13 Gänger im Agriturismo Caporciano).
  • Unterkunft: Super Auswahl an reservierten Unterkünften durch Saskia. Von einer Übernachtung in einer Schutzhütte (Refugio) ohne Strom und Wasser über ein authentisches Zimmer im Bergdorf Fontecchio, einem kitschig angehauchten Agriturismo bis hin zu einem charmanten Hotel ist alles dabei.
  • Gepäck: Die Esel können bis zu 10 kg Gepäck tragen. Genug um die 5 Tage gut zu überleben.
  • Esel: Unbedingt pro Person ein Esel auf Wanderschaft mitnehmen. Die Esel sind lieber mindestens zu zweit unterwegs und so kann man sich liebevoll um ’seinen‘ Esel kümmern. Ich war vorhin schon ein Esel-Fan, aber nach dieser Wanderung bin ich noch faszinierter von diesen Tieren. Die Esel sind unglaublich sensible, witzige und intelligente Tiere. So kann man den Eseln auch selten böse sein, wenn sie ständig Grasbüschel am Wegrand verschlingen wollen. Zudem weiss man so nach 5 Tagen genau, welche Pflänzchen sie gerne haben (fast keine Chance, sie nicht davon essen zu lassen; bsp. die vermeintlich giftigen Eichen-Blätter) und welche nicht auf ihrem Speiseplan stehen. Zudem freuen sich die Esel jeweils über mitgebrachte Karotten, Äpfel oder Bananen – und natürlich über ein paar Streicheleinheiten.
  • Potentielle Gefahren: Wildschweine (Esel hören diese aber schon von weitem und warnen verlässlich), nicht angekettete (Herden)-Schutzhunde, allenfalls Schlangen, Sonnenbrand und bei uns aufziehende Gewitter.
  • Buchung: Renatour.de

Impressionen vom Eselwandern:

Tag 1: Von Goriano Valli zur Schutzhütte in der Hochebene des Monte Sirente

Tag 2: Via Pagliare di Tione nach Fontecchio

Tag 3: Bominaco und Caporciano

Tag 4: Via San Erasmo nach San Lorenzo

Tag 5: Zurück nach Goriano Valli

Zudem lädt die Region um den Gran Sasso noch auf eine Entdeckungstour vor/nach der Eselwanderung ein.

Autorin Sabrina Bigler

als Travelline stets unterwegs: auf Wanderwegen, unter Wasser, auf Schienen, im Minibus, in der Luft oder auch ganz gerne im World Wide Web.

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