Wandern mit Haglundferse – Meine Tipps aus schmerzhaften 14 Jahren
Ich wandere bekanntlicherweise gerne. Wanderung geplant, Rucksack gepackt, Vorfreude auf die Bergluft, Wanderschuhe geschnürt …. und dann leider immer wieder dies: meine schmerzhafte Haglundferse, sobald ich mich in den Wanderschuh zwänge. Die knöcherne Vorwölbung am hinteren oberen Teil des Fersenbeins begleitet mich seit 14 Jahren. Vor 12 Jahren hatte ich eine Operation an der einen Ferse, welche leider nicht das gebracht hat, was ich mir erhofft hatte. Es wurde zwar besser, aber noch weit weg von schmerzfreien Wanderungen. Und momentan ist es wieder schlimmer. Die Schmerzen machen sich öfter bemerkbar und sind gerade bei längeren Touren echt eine Herausforderung.
Weil ich aber trotz allem nicht aufs Wandern verzichten will, habe ich mir über die Jahre ein paar Dinge angeeignet, die mir helfen. Vielleicht bringen sie ja auch dir etwas, wenn du ähnliche Probleme hast. Hier meine persönlichen Tipps:
1. Wanderschuhe sorgfältig aussuchen
Klingt banal, aber glaub mir, das macht einen riesigen Unterschied. Ich achte besonders darauf, dass sich die Fersenkappe gut anpassen lässt und keine störenden Nähte im Fersenbereich sind. Wenn der Schuh innen zu heiss wird, wird’s richtig unangenehm. Denn dann entzündet sich bei mir alles noch mehr. Deshalb bewähren sich bei mir Lederschuhe besser als GoreTex.
2. Kühlen in Bergseen
Einer meiner liebsten Tricks. Nach oder sogar während der Wanderung die Schuhe ausziehen und die Füsse in einen schönen kalten Bergsee halten. Das bringt sofort Erleichterung und kühlt die Entzündung runter.
3. Regelmässig dehnen
Ich baue zwischendurch immer mal wieder kleine Dehneinheiten ein. Am besten funktioniert bei mir ein grosser Ausfallschritt, bei dem ich die hintere Wade und Ferse leicht dehne. Ganz ohne Gewalt – einfach sanft und regelmässig. Und nicht selten habe ich noch einen Tennisball dabei, um die ständig verkürzten Waden zu massieren. Nicht gerade auf der Wanderung selber, aber auf der An-/Abreise 🙂
4. Muskulatur stärken
Je stabiler der Fuss, desto weniger leidet die Sehne. Ich mache deshalb regelmässig Einbeinstand-Übungen und Fersenheben. Einfach barfuss auf einer ebenen Fläche stehen, langsam hoch auf die Zehen, kurz halten, langsam absenken. Etwa 10 Mal, regelmässig. Es macht keinen Spass, aber es hilft.
5. Kleiner Stein, grosse Wirkung
Ein Tipp meiner Masseurin: Such dir einen kleinen, halbwegs flachen Stein und stell dich jeden Tag für ein bis zwei Minuten mit dem Fussgewölbe darauf. Am Anfang etwas unangenehm, aber wirklich effektiv. Die Sehnen entspannen sich und der ganze Fuss fühlt sich danach freier an.
6. Trockenbürsten
Mit einer Trockenbürste die Muskulatur und Sehnen rund um die Ferse abbürsten – das regt die Durchblutung an und löst kleine Verklebungen.
7. Wanderungen planen ohne zu langen Hartbelag
Wandern auf Hartbelag ist wie Gift für meine Ferse. Deshalb plane ich jeweils im Vorfeld Wanderungen mit grösstenteils weicherem Untergrund. Outdooractive beispielsweise zeigt einem beim Routenplanen übersichtlich auf, welchen Untergrund die Wanderung aufweist.
8. Einlagen für die Wanderschuhe
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Ich durfte zwei Einlagen von insole.ch testen für meine Wanderschuhe, und ja, diese machen definitib einen Unterschied – zum Besseren.
- Die Currex HikePro Einlegesohle stabilisiert meinen Fuss so, dass ich beim Gehen nicht mehr nach innen abknicke. Das entlastet vor allem die Achillessehne.
- Die Bauerfeind ViscoHeel Fersenkissen sorgen für eine weiche Landung bei jedem Schritt. Wenn die einmal im passenden Schuh sitzen, ist das Haglund-Leben definitiv erträglicher.
Also ja, auch wenn meine Ferse nicht perfekt ist, ich gehe weiter. Und mit ein paar Tricks geht es eben ein klein bizeli besser.
Wenn du eigene Tipps hast oder Fragen, schreibe gerne einen Kommentare. Ich freue mich über einen Austausch.
Bleib in Bewegung (aber bitte mit guten Schuhen:)


