Engadin St. Moritz: Seen und Gese(e)hen werden.

Als Neo-Bernerin liegt das Engadin eigentlich nicht gerade am Weg. Trotzdem muss man sich ja zwischendurch etwas gönnen und so ging es nach einem ersten herbstlich-verregneten Versuch nochmals ins wunderschöne Engadin. Nur schon die Anfahrt mit der Rhätischen Bahn durchs UNESCO Welterbe ist eine Reise wert. Angekommen im noch sehr ursprünglichen Dörfchen Celerina mit der speziellen Kirche San Gia fühlt man sich gleich wie im Winterwunderland. Und sicher jeder, welcher das Kinderbuch Schellenursli gelesen hat, fühlt sich auf aufgrund der Engadiner Architektur gleich inmitten der Geschichte (auch wenn der Schellenursli eigentlich in Guarda gelebt hatte).

Da ich nur drei Tage Zeit hatte um das Engadin zu bewundern, konnte ich leider noch lange nicht alles sehen und machen, was auf meiner Wunschliste stand. Aber trotzdem ein paar Tipps meinerseits zu einem Kurztrip im Engadin:

  • Übernachten: Das Hotel Chesa Rosatsch kann ich bestens empfehlen in Celerina. Die neu renovierten und nach Arvenholz duftenden Zimmer sind sehr gemütlich, die Küche empfehlenswert und für Langläufer ist die Loipe fast direkt vor dem Hotel. Auch schön und praktisch gelegen ist das Hotel Bernina 1865 in Samedan, jedoch fühlte ich mich im Rosatsch in Celerina besser und persönlicher aufgehoben.
  • Transport: Für GA-Besitzer natürlich kein Problem innerhalb des Engadins mit den regelmässig fahrenden Bussen und Zügen zu reisen, für Nicht-Besitzer ist das Engadin Abonnement für bsp. 3 Tage (34 CHF mit Halbtax) optimal.
  • Essen: die Bündner Spezialitäten Gertsensuppe, Capuns und Pizokels haben es mir sehr angetan! Vor allem Letztgenanntes kannte ich bisher nur als wenig schmackhaftes Kantine-Essen. Damit hat das Original aber wenig zu tun;)
  • Sportliche Aktivitäten: Eigentlich war Langlaufen geplant, jedoch hatte der weniger Schnee und die hohen Mietpreise (am besten selber die Ausrüstung mitnehmen oder sich im Vorhinein gut informieren) mich von diesem Plan abgehalten. Und so ging es gemütlich von Celerina zu Fuss via der Kirche San Gia durch einen idyllischen Wald via gefrorenen See Lej da Staz nach St. Moritz (ca. 6 km).
    Der zweite Ausflug ging ebenfalls zu Fuss von Sils Maria entlang der Halbinsel Chasté und wieder zurück ins schmucke Dörfchen Sils Maria.
  • Wellness: Schon lange stand das Mineralbad Samedan auf meiner Wunschliste. Nun konnte ich dies endlich testen und ich kann es nur weiterempfehlen! Anders als weitere Bäder vom gleichen Anbieter finde ich hier den Eintrittspreis gerechtfertigt. Das Bad in der Samedaner Dorfmitte ist sehr attraktiv gestaltet mit einem überzeugenden Farbkonzept und der Besucheransturm hält sich in Grenzen. Zudem konnte das Personal mit viel Sympathie punkten. Übrigens lohnt es sich im Hotel nachzufragen, viele geben Rabatt auf den Eintritt.
  • Hightlights: Der St. Moritzersee und Silsersee waren nur zum Teil gefroren. Die hohe Sonneneinstrahlung verursachte dabei, dass sich das Eis stark bewegte und somit wunderbar mysteriöse Klänge vor sich gab. Ich hätte stundenlang dem ‚Wal‘ unter dem Eis (siehe Video) zuhören können!
    Ein weitere Highlight war die Fahrt mit der RhB auf den Bernina Pass und die Alp Grüm. Die Strecke durch die verschneite Landschaft ist nicht nur für Bahnfreaks lohnenswert! Und angekommen auf der Alp Grüm kann man sich einen Blick auf den schönen Lagh da Palü erhaschen und sich nachher bei einem Kaffee im gemütlichen Restaurant von der Kälte erholen.
  • Lowlight: Ein Besuch in St. Moritz selbst ist natürlich schon ein Muss. Allerdings fühlte ich mich nach wenigen Minuten von den vielen Pelzträgerinnen und (Nicht-)Schönen & Reichen unwohl und so freute ich mich, wieder zurück ins gemütliche Celerina unter normale Leute zu kommen.
  • Tipps: Warm anziehen und für die Planung die sehr informative Engadin Webseite besuchen

Klang des Silsersees.

Impressionen

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