Wandern und Kaiserschmarrn: Perfekte Kombination in Lech am Arlberg.

Ich bin ja grundsätzlich ein grosser Supporter der Schweiz als Wanderdestination. Zwischendurch versuche ich dennoch gerne meinen Horizont zu erweitern und so ging es dieses Mal für ein Wochenende nach Lech am Arlberg in Österreich. Und ich muss gestehen, ich war beeindruckt. Denn Lech hat es  wirklich verstanden, auf Wanderbedürfnisse einzugehen.

Nach einer schönen Zugfahrt von Zürich direkt nach Langen am Arlberg wird man sehr freundlich vom Busfahrer begrüsst, welcher einem nach Lech chauffiert. Angekommen im hübschen Dörfchen (mir fehlte nur ein wenig ein traditioneller Dorfkern zum perfekten Glück), findet man entweder direkt das Hotel oder wenn nicht – das Tourismusbüro hilft einem kompetent weiter. Das Preis-Leistungsverhältnis des ausgesuchten Hotels inkl. Halbpension ist unschlagbar, die Wandertipps von Lech-Tourismus sehr attraktiv und übersichtlich gestaltet und die Lech-Card ist genial (die regelmässig verkehrenden  Wanderbusse und die meisten Bergbahnen sind bereits nach einer Übernachtung  gratis). Und so steht man kurz nach dem Einchecken schon wieder vor der Türe, bereit loszuwandern.

Spaziergang zum Spullersee:

Mit dem Wanderbus (Maut-Gebühr von 5 Euro) geht es zur Dalaaser Staffel. Hier sollte man unbedingt ein Stopp einlegen und sich ein leckeres „Brettljause“ (Fleisch und Käse Plättchen) gönnen. Dies mit herrlichem Ausblick auf die Lecher Landschaft und die unterschiedlichen und scheinbar glücklichen Hoftiere (Esel, Pferde, Schweine, Kälbchen, Ziegen, Gänse, Hühner,…). Anschliessend führt ein gemütlicher Spaziergang vorbei an zahlreichen Kühen und Murmeltieren zum schön türkisfarbenen Spullersee, in welchem ein erfrischendes Bad die benötigte Abkühlung bringt. Wenn nicht die Brettljause noch den Appetit hemmen würde, böte sich ein kleiner Aufstieg hoch zur Ravensburger Hütte an.

Geoweg Rüfikopf

Mit der Gondelbahn (gratis mit der Lech-Card) geht es hoch auf den 2350 M.ü.M gelegenen Rüfikopf, wo einem ein wunderbares Panorama über das Rüfikopf-Plateau erwartet. Doch für einmal steht nicht das Panorama  im Vordergrund, sondern ein sehr gelungener Geoweg – nicht nur für Geografinnen wie mich spannend;) Auf einem ca. 1.5h dauernden Weg durch das Plateau werden einem chronologisch an 19 markierten Posten sehr faszinierende geologische Funde aus einer Millionen alten Zeitreise näher gebracht (entweder in Kurzfassung erklärt im gratis Wanderbüchlein oder einem ausführlicheren Geoweg-Guide für 5 Euros). Etwa in der Hälfte des Weges wartet eine kleines  nicht-geologisches Highlight: der Monzabonsee. Dieser lädt einem eigentlich von Weitem zum Baden ein – aber wirklich nur von Weitem (bei unserem Besuch war der See schlammig – was aber auch am Hitzesommer liegen kann). Alles in Allem ein wirklich sehr gelungener Themenweg – inklusive neuzeitlichen Murmeltieren.

Lechuferweg

Von der Bushaltestelle Waldcamp führt ein sehr schön angelegter Weg in ca. 1.5h dem Flüsschen  Lech entlang Richtung Zug. Hier darf man ohne zu übertreiben von einem idyllischen und romantischen Weg sprechen. Immer wieder laden schön platzierte Bänke ein, Innezuhalten, dem Rauschen des Flüsschen zu lauschen oder sich in der kühlen Lech zu erfrischen. Den Weg könnte man von Zug in einer zusätzlichen Stunde nach Lech weitergehen – vorbei am schönen, wenn auch schlichten Kneippbad und dem scheinbar sehr beliebten Schwimmbad.

Tannberg

Wunderschöne, gemütliche Wanderung auf dem Themenweg Tannberg und vorbei an herrlichen Bergseen – inklusive einem Bad im erfrischenden Körbesee (auch möglich, ein Ruderboot zu mieten). Start der Wanderung ist die Bushaltestelle Oberlech, das Ziel ist die Bushaltestelle beim Kalbelesee via Gaisbühelalpe – Auenfeldsattel – Untere Auenfeldalpe – Körbersee. Dauer ca. 3:30h und ca. 400 Höhenmeter rauf und runter. Verpflegung in Alp nähe Körbesee möglich (Umweg von ca. 30min) oder im Hotel Körbesee.

Und zum Schluss noch dies – eigentlich kein Kommentar notwendig – ausser: Weshalb gibt es Kaiserschmarrn nicht in der Schweiz??

Weitere Impressionen

Kommentare Kommentare

  • Silvia Bigler sagt:

    Schöni Bilder und guete Kommentar. Macht eim grad a uf Lech zgah. Merci

  • Elvira Weinbeck sagt:

    Wunderschöne Bilder, interessante und kurzweilige Kommentare. So machen Reise-Infos Spaß und Lust darauf, sofort die Wanderstöcke unter den Arm zu klemmen und den nächsten Zug/das nächste Flugzeug zu besteigen.

    Vielen herzlichen Dank und großes Kompliment. Hatte beim Lesen „kleine Ferien“ auf meinem Sofa. Meine Anfrage für einen geführten Ausflug kommt bestimmt, versprochen!!

    Elvira Weinbeck

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