Reisen auf Flores: Grün. Schmal. Kurvig. Vulkanisch. Artenreich. Katholisch. Fischreich. Freundlich. Bewandert. Bergig. Mückenreich. Wunderschön.

Unsere Reise auf Flores in Kürze:

Route:
Denpasar (1 Nacht) – Ende – Moni (2 Nächte) – Bajawa (2 Nächte) – Ruteng (1 Nacht) – Labuan Bajo (4 Nächte) – Denpasar

Geographische Highlights: Kelimutu Vulkan bei Moni; Blue Stone Beach; Gunung Inerie Vulkan und So’a Hotspring bei Bajawa; Reisterrassen und Spider Rice Fields bei Cancar; Traditionelles Dörfer Bena und Boloji; Riffe um Labuan Bajo; Insel Rinca

Tierische Highlights: Die berühmt-berüchtigten Komodowarane; viele bunte Vögel; verschiedene Geckos; Makaken; herrliche Unterwasserwelt

Kulinarische Highlights: Bananen-Pancakes; gebratener Fisch (vor allem Tuna) in allen Variationen; Tempe (vegetarische Spezialität); zahlreiche einheimische Früchte und Nüsse (Passionsfrüchte frisch ab den Bäumchen, Mangostan, Papaya, Macademia und vieles mehr wächst in den Regenwäldern)

Gelernte Lieblingswörter: Hati-Hati (= Vorsicht; ob das an meinem ungeschickten Gang durch die Reisterrassen herstammt?); Bule (= weisser Tourist; dieses Wort hörten wir nicht selten von weitem)

Lowlights: Mücken, Mücken, Mücken (man hat sozusagen die Wahl zwischen Dengue Fieber der tagaktiven Mücken und den Malaria-Mücken in der Nacht)!;
die Tatsache, dass überall und jederzeit geraucht wird (die Raucher-Lobby scheint wirklich sehr erfolgreich zu sein auf Flores);
fehlendes Abfallentsorgungssystem und ein ledier (noch) nicht weitreichendes Umweltbewusstein

Preis pro 0.5 dl Wasser im Restaurant: ca. 30 Rappen

Einheimische: die Indonesier auf Denpasar und vor allem Flores sind bis jetzt definitiv mit Abstand die freundlichsten Gastgeber, welche ich bei meinen Reisen begegnet bin. Irritieren lassen sollte man sich jedoch nicht, wenn man als Frau jeweils als ‚Hello Mister‘ begrüsst wird (Hello Miss wird in der Schule wohl nicht beigebracht). Zudem sind sie sehr neugierige Zeitgenossen und es werden viele Fragen gestellt. Was ich dabei gelernt habe: bei den sehr katholischen Flores-Bewohner darf die Frage nach der Religion nicht mit ‚keiner Religion angehörig‘ beantwortet werden. Das gibt es dort einfach nicht, deshalb am besten eine kleine Notlüge einbauen, wenn es sein muss. Bei der Frage, was ich denn so jage in der Schweiz, musste ich dann aber doch schmunzeln und ehrlich beantworten, dass ich eher nicht so viel auf Jagd gehe.

Empfehlungen: viel Mückenspray einsprühen (Soffell vor Ort kaufen, extrem günstig und sehr effizient); auf Flores einen eigenen Driver leisten (siehe Goris); Tauchen gehen von Labuan Bajo aus; sich nicht zu nahe an die Komodowarane heran wagen

Übernachtungen:
2 Nächte in Moni (Ecolodge; super schön, wenn auch teuer; aber die anderen Übernachtungen hatten mich nicht überzeugen können und nach einer langen Anreise soll man sich ja was gönnen);

1 Nacht in Bajawa im Happy Happy Hotel: sehr sehr laut in der Nacht von der Strasse (jedenfalls bei uns), aber wohl doch die beste Wahl in Bajawa);

1 Nacht Ruteng (Kloster, sehr sauber, Reservation telefonisch über Goris gebucht);

und zum Abschluss 3 Nächte in Labuan Bajo (Golo Hilltop, sehr schön und erholsam; auch wenn man bisschen abseits ist vom Zentrum. Da Labuan Bajo aber sehr laut ist, war dies gerade perfekt für uns).

Fazit: Flores als (noch) Geheimtipp: fast unberührte grüne Insel mit vielen (noch aktiven) Vulkanen, unzähligen Trekkingmöglichkeiten, freundlichen Einwohnern, kulturell interessanten Ortschaften und vor allem einer super Unterwasserwelt um Labuan Bajo

Information zur Flores:

Information zur Flores:

  • 15.175 km² gross
  • 354 km lang
  • gehört zu den Kleinen Sudaninseln
  • Ursprünglich hiess die Insel ‚Schlangeninsel‘ (ob aufgrund der vielen Schlangen oder der Schlangenform scheint nicht ganz klar zu sein)
  • Ca. 91% Christen (Missionarsinsel)

Nützliche Links:

Kuh
Fisch
Bluestone

Herausgepickt

Driver Goris

Schon vor der Reise nach Flores hatte ich mit dem auf Trip Advisor empfohlenen Fahrer Rian für unsere 4 tägige Fahrt durch die Insel Flores Kontakt aufgenommen. Dieser konnte dann jedoch aufgrund privater Probleme nicht fahren und so hat er uns seinen Freund Goris (Gregorius Kaki von Moni) vermittelt. Und mit ihm hatten wir wahrhaftig einen Glücksgriff! Immer auf die Minute pünktlich holte uns Goris jeweils ab, fuhr für südostasiatische Verhältnisse sehr souverän und nicht zu schnell auf den kurvenreichen Strassen, empfahl uns gute einheimische Restaurants, führte uns zu nicht zu touristischen Orten und hatte immer ein Lächeln parat. Und wichtig zu wissen, man kann die Route durchaus selber bestimmen, auch wenn die Fahrer Routen und Ausflüge vorschlagen (auch aufgrund von Provisionen), aber diese können einfach abgelehnt werden. Deshalb können wir ihn wirklich nur empfehlen und er freut sich über jeden weiteren Auftrag (Kosten ca. 900.000 IDR pro Tag – Status November 2018). Kontakt: gut erreichbar via Tel. Festnetz +62 812 379 689 26 oder Whatsapp +62 813 386 04 80).
Mehr zu Goris

Kelimutu Vulkan

Um 4 Uhr morgens wurden wir pünktlich von unserem Fahrer Goris in der wunderschönen Ecolodge abgeholt und zum Ausgangspunkt des Kelimutu Vulkans gebracht. Von da an ging es zu Fuss ca. 30 Minuten im Dunkeln bergauf zur Aussichtsplattform. Dabei kann es sicher nicht schaden, eine Taschenlampe mitzubringen. Zudem hatte ich mich ganz schön warm eingepackt aufgrund der vielen Trip-Advisor Berichte von schlotternden Touristen. Aber ob es daran liegt, dass wir als Schweizer die Kälte anders empfinden oder wir einfach einen warmen Morgen erwischt hatten, mir war jedenfalls viel zu warm und ich bereute es, in die Subtropen eine Jacke und Wärmebeutel mitgebracht zu haben! Jedenfalls warteten wir auf der Plattform geduldig mit ca. weiteren 50 Personen auf den Sonnenaufgang, welcher den Blick auf die drei verschieden farbigen Vulkanseen Tiwi Ata Mbupu, Tiwu Nua Muri Kooh Tai und Tiwu Ata Polo freigibt. Wahrlich ein wunderschöner und mystischer Anblick! (aber ob ich nur wegen dem Vulkan nach Flores reisen würde? Nein, das würde ich nicht empfehlen)

Reisterrassen

Den besten Einblick in das authentische Leben und Arbeiten der Flores Bevölkerung erhielten wir definitiv auf dem Trekking durch die Reisterrassen. Als unser Fahrer sagte, ich solle vorsichtig sein, dachte ich ach was, als Schweizerin ist doch so ein Trekking von einer Stunde ein Klacks (vor allem wenn der Guide mit Flipflops auftauchte). Aber ich wurde des Besseren belehrt. Die Hitze war erdrückend, der viele Schweiss hat den Moskito-Schutz zunichte gemacht und vor allem: ich landete diverse Male IM Reisfeld anstatt auf dem schmalen Weg durch die Terrasse. Dies aufgrund extrem schmalen Pfaden, auf  welchen ich lieber zu weit rechts (und damit eben im sumpfigen Reisfeld) lief anstatt die ca. 2 Meter hinunterzufallen ins nächste Feld. Vielleicht gerade deshalb hatten die lokalen Reisbauer eine riesen Freude, dass sich Touristen in die Reisterrassen wagten. Und so rannten viele Reisbauern mit der ganze Familie zu uns, um Hallo zu sagen (so hatten wir das jedenfalls verstanden). Das Grün der Reisterrasse war jedenfalls alle Mühe wert und nach diesem Ausflug habe ich definitiv noch mehr Respekt von der Arbeit der Reisbauern.

Tauchen Labuan Bajo

Die Vorfreude war riesig, denn von allen Seiten wurde Labuan Bajo zum Tauchen wärmstens empfohlen. Und wir wurden nicht enttäuscht! Mit der Tauchschule Komodo Dive Center – welche wir sehr empfehlen können – ging es mit dem Tauchboot zu den wunderschönen Tauchgründen. Haie, Mantas, Napoleonfische, Oktopusse, Barrakuda-Schwärme, Critters, gut erhaltene Riffe, Schildkröten und viele weitere wunderbare Geschöpfe waren an der Tagesordnung. Letztere wollte uns wohl noch persönlich einen Gruss ausrichten und so kamen wir während eines Tauchgangs in den Genuss einer Schildkrötenflossen-Kopfnuss (nein, ganz ohne sie zu bedrängen).

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